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Ivomec Behandlungenvon Petra Lahann Parasiten sind weitverbreitet und jeder Tierhalter hat schon mal die Bekanntschaft von Milben und Co gemacht. Grabmilben werden normalerweise mit Ivomec behandelt (andere Namen für das Mittel sind Dectomax oder Ivermectin). Es gibt ein recht neues Medikament namens Stronghold, auf das ich jetzt nicht näher eingehen will, dies ist sehr teuer und für Patienten gedacht, bei denen Ivomec nicht wirkt. Ivomec ist eigentlich ein Rindermedikament. Es wirkt bei Meerschweinchen sehr gut, aber nicht alle Kleintiere vertragen es generell, darum immer erst den Tierarzt fragen, bevor man Hamster und Kaninchen damit behandelt. Bei Ivomec gibt es einmal die Möglichkeiten, den Wirkstoff zu spritzen (subcutan). Dabei wird das zu behandelnde Tier im Abstand von 7-10 Tagen 2-5 mal (je nach Härte des Falls) gespritzt. Ivomec wirkt gegen Grabmilben (auch Würmer), die unter der Haut sitzen. Der Wirkstoff wird über das Blut zu den Milben getragen und tötet sie ab. Da Eier zurückbleiben, die nicht auf den Wirkstoff ansprechen, muss man nachspritzen, um die frisch geschlüpften Milben dann auch noch zu töten. Der Preis für die Spritzen liegt bei 5-15 Euro, je nach Tierarzt und Abrechnung (ob mit Diagnose z.B.). Die zweite Möglichkeit ist das Mittel „Ivomec pour on“ zu geben. Hierbei bringt man einen Tropfen auf die kahle Stelle hinter dem Ohr auf. Auch hier im 7 Tage Abstand über 3-5 Wochen, je nach Härte des Falls. Ivomec pour on dringt über die Haut ins Blut und wirkt dann auf bekannten Weg. Dritte Möglichkeit ist die Ivomecpaste, die man verfüttert. Über den Magen und die Darmschleimhaut dringt dass das Medikament ebenfalls ins Blut. Über Dosierung weiß ich nicht Bescheid. Vor- und Nachteile der drei Möglichkeiten Die Paste verursacht Magenprobleme und ist schlecht zu dosieren, man sollte diese Möglichkeit nicht bei Meerschweinchen anwenden, um Milben zu bekämpfen. Sie ist für Wurmbefall gedacht. Das Spritzen soll den Vorteil haben, dass es besser und schneller wirkt als das Pour on. Da Milben durch Stress entstehen und verschlimmert werden, habe ich das Gefühl, dass die TA-Besuche und das Spritzen an sich, stressverstärkend sind und darum der Vorteil aufgehoben wird, zumindest bei leichtem Befall. Die Spritzenbehandlung ist zudem teuer und man kann keine „Großbestände“ damit behandeln (es sei denn, man hat viel Geld und einen Kleinbus, um zum TA zu fahren). Allerdings sollten Härtefälle lieber gespritzt werden. Das Ivomec pour on kann prima zu Hause angewendet werden, ist billig (20-30ml für 5-10 Euro, reicht für viele Tiere). Die Tiere werden nicht gestresst durch Herumfahren. Allerdings muss man sich mit Milben und Dosierung auskennen. Die Mittel dürfen natürlich nicht beliebig vertauscht werden, denn es liegen andere Dosierungen und Potenzierungen vor. Ivomec pour on ist höher dosiert als das andere Ivomec. Auch muss man sehr vorsichtig mit dem Medikament umgehen. Es tötet Milben und tötet auch Meerschweinchen in Überdosierung, darum soll die Spritzen (Dosierung nach Gewicht) im 7-10 Tage Abstand und das Pour on nur als EIN Tropfen auch im 7 Tage Abstand gegeben werden. (Ich weiß, wovon ich rede, denn mir ist ein Schweinchen durch eine tierärztlich Überdosierung gestorben; die Frau hat das Pour on als Katzendosis gespritzt). Trächtige sollten nach Möglichkeit nicht behandelt werden, Babys auch lieber nicht, über derartige Schädigungen weiß man zu wenig. Haarlinge und Pelzmilben Viele Tierärzte sind dazu übergegangen, auch bei Haarlingen Ivomec zu spritzen. Ich halte das für nicht notwenig. Ivomec ist ein Gift und sollte nicht unnötigerweise gespritzt werden, es belastet die Leber. Es wirkt, wie beschrieben, über das Blut und die durchblutete Hautoberfläche und tötet die Grabmilben, die unter der Haut sitzen. Die Haarlinge und Pelzmilben sitzen im Fell und kriegen nur wenig Ivomec ab. Hier sollte man auch weiterhin mit Frontline arbeiten oder man nimmt das Ivomec pour on und tut einige Tropfen in eine Sprühflasche mit Wasser oder Hautpflegespray (Dermacool z.B.). So kann man dann erst die Hand einsprühen und dann das Tier damit einreiben. Übrigens: prima auch bei Spinnmilben auf Zimmer- und Balkonpflanzen. Impfung, Vorsorge Viele Züchter behandeln ihre Tiere ein bis zweimal im Jahr vorsorglich mit Ivomec oder Ivomec pour on. Das macht keinen Sinn. Das Zeug ist giftig und schädigt die Leber. Eine Impfwirkung kann man nicht erreichen. Es sollte nur bei wirklichem Befall angewandt werden. Noch gibt es kaum Resistenzen, aber es können durch unnötige Vorsorgebehandlungen welche entstehen. Wenn man allerdings Angst um seine Bestände hat, dann kann man neue Tiere einmal behandeln, bevor sie zu den anderen gesetzt werden, das wäre noch vertretbar. So wird es auch in der Meerschweinchennothilfe gehandhabt, denn gerade neue Tiere sind gestresst und da brechen Milben leicht aus. | |||
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