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Keime und Bakterien - die unterschätzte Gefahr

von Anke Kühl
erschienen in der Guinea-Tips Ausgabe 63 / November 2004
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Ein neues Meerschweinchen wird gekauft, oder auch zwei, man konnte einfach nicht widerstehen. Zuhause dann, sicher ist sicher, wird es oder sie erst einmal in Quarantäne für vier Wochen gesetzt. Und die Tiere sind putzmunter, haben glänzende Augen, ein glänzendes Fell und einen hervorragenden Appetit.

Vier Wochen sind herum, nichts ist passiert und sie werden in die vorhandene Gruppe eingegliedert. Doch was ist das? Eine Woche später fangen die eigenen Jungtiere an zu kümmern, haben gesträubtes Fell, keinen so rechten Appetit. Einige bekommen trübe Augen mit milchigem Aussehen, leichter Schmierkot bzw. Durchfall macht sich bemerkbar. Die tragenden Weibchen werden nacheinander fast alle toxisch, andere verwerfen viel zu früh, andere gebären sogar Missgeburten. Die Welpen, die geboren werden, wirken apathisch, zittrig, trinken nicht, sitzen nur herum und sterben schließlich auch nach zwei bis drei Tagen.

Tatsache ist, die neu hinzugekauften Tiere sind Keim- oder Bakterienträger gewesen, die überhaupt keinerlei Symptome zeigen müssen. Keimträger können jahrelang (!!!!) ohne jeglichen Krankheitsausbruch leben. Stecken dafür aber andere Meerschweinchen der Reihe nach damit an, da diese mit dem Keim oder Bakterium noch nie in Berührung gekommen sind. Diese neu erworbenen "Trägertiere" sind praktisch schon immun gegen den Keim, der eigene Bestand aber nicht. Keime und Bakterien werden durch verschiedenste Arten übertragen, z.B. durch verunreinigtes Futter durch Mäuse, durch verschmutztes Trinkwasser durch Vögel usw. Hier gibt es unzählige Möglichkeiten der Übertragung, näher darauf einzugehen, würde den Rahmen sprengen. Nun glaubt man vielleicht eher bei Ausbruch der genannten Erkrankungen an eine eventuelle Viruserkrankung und der Tierarzt gibt ein Antibiotikum. Tja, aber - ätsch. Manche, bzw. viele Keime und Bakterienstämme sind mittlerweile schon resistent gegen gewisse Antibiotika. Das heißt, es tritt ein vorübergehender Behandlungserfolg ein (die Symptome werden durch das Medikament abgedämpft), aber nach Absetzen des Mittels bricht die Erkrankung heftiger denn je wieder aus....

Daher einige Tipps zur Vermeidung eines solchen Desasters:

Bei vermehrten Toxikosen, Fehlgeburten, häufigem Jungtiersterben immer eine Kotprobe beim Tierarzt abgeben und einschicken lassen. Untersucht werden sollte im Labor die Anzahl der Keime bzw. Bakterien etc. und deren Resistenz gegen Antibiotika oder andere Medikamentengruppen. Auf keinen Fall zu lange damit warten oder selbst herumdoktern! Denn eine Kotprobe kostet nicht die Welt, aber einen ganzen Bestand zu behandeln tatsächlich eine Menge! Falls der Tierarzt auf einen Virus tippt, trotzdem auf Einschicken einer Kotprobe bestehen, viele Symptome einer Keimerkrankung gleichen einer Viruserkrankung täuschend ähnlich!

Anke Kühl

 
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