MHC Banner
Mitglied werden · Sammelbild · Tierärzte · Mitgliederbereich · Impressum · Suchen
Startseite
Wir ueber uns
Schnuppertreffen
Ausstellungen
Infos
·Allgemeines
·Anatomie
·Ernährung
·Geschichten
·Gesundheit
·Haltung
·Medikamente
·Rassen und Farben
·Zucht
Vereinszeitung
Zuechter
Bilder
Notfaelle
Links
Gaestebuch

Themen: [ Alle ] [ Allgemeines ] [ Anatomie ] [ Ernährung ] [ Geschichten ] [ Gesundheit ] [ Haltung ] [ Medikamente ] [ Rassen und Farben ] [ Zucht ]

Sozialer Stress während der Trächtigkeit und Säugezeit

von Petra Lahann
erschienen in der Guinea-Tips Ausgabe 74 / Juni & Juli 2006
Druckversion dieser Seite

Es ist nicht erstaunlich, dass sozialer Stress während der Trächtigkeit und der Säugezeit negative Auswirkungen auf das Muttertier, aber auch die Jungtiere hat. Irgendwie kann sich das wohl jeder vorstellen.

Wissenschaftler der Westfälische Wilhelms-Universität Münster um Prof. Dr. Sachser haben das neurologisch und endrokrinologsisch genauer untersucht. Sie haben 6er Gruppen mit gleichbleibender Tierkonstellation mit 6er Gruppen verglichen, in denen alle drei Tage 2 Weibchen (wenn sie säugend waren zusammen mit den Jungtieren) ausgetauscht wurden. Jede Gruppe bestand aus einem Bock und 5 jungen geschlechtsreifen Weibchen. Erstere wird als feste Gruppe bezeichnet und die Tiere sind sozial stabil, letztere wird als nicht-feste Gruppe bezeichnet und die Tiere sind sozial gestresst durch den ständigen Tausch von Gruppenmitgliedern.

Dieser sozialer Stress hatte direkte Auswirkungen auf die Weibchen und deren Hormonspiegel, was wiederum den Nachwuchs beeinflusst hat, entweder direkt im Mutterleib oder aber durch die Milch.

Weibchen, die im Mutterleib und während ihrer Säugezeit über das Muttertier unter sozialen Stress leiden, entwickeln mehr männliche als weibliche Eigenschaften. Sie werden als maskuliniziert bezeichnet und sind dann zeitlebens eher dominant und "schwierig" im Sozialverhalten. Sie benehmen sich wie Männer und fügen sich schwer in Gruppen ein.

Hingegen tritt bei Männchen das Gegenteil ein: Männchen die im Mutterleib oder während der Säugezeit über das Muttertier sozialem Stress ausgesetzt sind, werden zu "Weicheiern". Sie sind die ersten Wochen extreme Muttersöhnchen und trennen sich kaum von der Mutter, halten sehr viel Körperkontakt und werden erst spät geschlechtsreif. Das Brommseln erlernen sie erst sehr spät und wissen es auch als Erwachsene meist nicht richtig einzusetzen. Es ist eher ein Spiel von ihnen, als eine Paarungsgeste. Sie haben später Schwierigkeiten ein Rudel zu führen oder gar Weibchen zu decken.

Ich fand die Studien sehr interessant, auch wenn etwas zu Hormon-Fremdwörterlastig.

Das Fazit ist, was aber hoffentlich vorher allen klar war: Muttertiere, egal ob trächtig oder säugend, brauchen ihre Ruhe und eine stabile Umgebung, sonst bekommt man sozial gestörte Jungtiere und die will keiner haben, auch wenn manch einer aufgrund des Artikel auf die Idee kommen mag, dass so ein Weicheibock ein idealer Bockgruppenkandiat ist, aber selbst dazu ist er zu gestört, glaubt mir.

 
(c) 2001-10 Meerschweinchen-Hobby-Club e.V. » EMail info@MHCeV.de